Jahreswechsel in Florenz

Santa Maria del Fiore
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Elly schob die schweren dunkelroten Vorhänge und die Gardinen zur Seite und öffnete die Fensterflügel. Sie stand auf den kleinen französischen Balkon und richtete ihren Blick zum Himmel über der Santa Maria del Fiore. Florian trat hinter sie und legte seine Arme um sie. Sie spürte die Wärme seines Körpers und fühlte seine Lippen an ihrem Ohr, die ein „Ich liebe dich“ flüsterten, während die ersten Raketen in der Ferne aufleuchteten. Sie verwandelten das Wahrzeichen von Florenz in ein buntes, glitzerndes Lichtermeer aus Rot, Gold und Violett. Die Farben tanzten auf der schwarzweißen Fassade. Es schien, als würde sie sich im Takt des Feuerwerks bewegen.

Elly legte ihren Kopf an den von Florian. „Es ist wunderschön.“

Florian schloss seine Arme noch enger um sie. Am liebsten würde er sie für immer festhalten. Er wollte hier mit ihr stehen, ihren Duft einatmen und das Glücksgefühl, welches ihn durchströmte, endlos genießen. Wenn er nur an sie dachte, legte sich ein Lächeln auf seine Lippen. Sie zu fühlen, berauschte ihn. Als er sie auf den Hals küsste, drehte sie sich in seinen Armen um und sah ihn mit ihren graublauen Augen an, in denen ein Strahlen lag, das er nie wieder daraus weichen sehen wollte. Er würde alles dafür tun, die Traurigkeit, die er in Glasgow in ihren Augen gesehen hatte, von ihr fernzuhalten. Er würde nicht zulassen, dass sie jemals wieder so verletzt wurde. Und in dem Moment fasste er einen Entschluss.

„Ich habe etwas für dich.“ Er zog eine kleine, längliche Schachtel aus seiner Jackettasche.

Elly sah ihn neugierig an. „Was ist das?“

Geheimnisvoll lächelnd legte er ihr sein Geschenk in die Hände.

Sie öffnete vorsichtig den Deckel und ihr neugieriger Blick verwandelte sich in Staunen. Vor ihr lag das silberne Fußkettchen mit dem Stein in Herzform, welches sie heute Mittag im Schaufenster eines Juweliers in einer Gasse nahe der Uffizien bewundert hatte. Es war ihr aufgefallen, da der Stein die gleiche Farbe hatte wie Florians Augen.

Elly nahm das Kettchen aus der Schachtel. „Magst du es mir umlegen?“

Florian grinste. „Sehr gerne, Frau Fischer.“

Er kniete sich vor sie und stellte ihren Fuß auf sein Bein. Dann legte er ihr das Schmuckstück um. „Es steht Ihnen ausgezeichnet.“

„Danke.“

Während er sich langsam aufrichtete, glitten seine Hände an Ellys Bein hinauf und schoben ihr Kleid nach oben.

Elly seufzte. „Was tust du da?“

„Nichts“, sagte Florian und zog ihr Kleid wieder nach unten.

Elly war irritiert.

Da reichte ihr Florian die Hand. „Tanz mit mir.“

Aus dem Festsaal unter ihnen drang die Musik des Silvesterballs zu ihnen herauf und Florian begann, Elly im Takt durch das Hotelzimmer zu drehen. Je länger er sie in seinen Armen hielt, desto sicherer wurde er sich. Wenn er im Februar nach Hamburg fuhr, würde er einen Abstecher zu einem Juwelierladen machen, dessen Besitzer er seit der Schulzeit kannte. Er wusste auch schon, welche Art Stein der Ring haben sollte.

„Florian?“

„Ja?“

„Ich liebe dich.“

„Ich liebe dich auch“, flüsterte er und küsste sie.

Als Elly später neben Florian im Bett lag, nahm sie ihr Geschenk ab und betrachtete es im faden Lichtschein, der von draußen hereindrang. Sie fuhr mit ihren Fingern über den smaragdgrünen Anhänger und ihr wurde klar, dass sie es ihm endlich sagen musste. Er bewegte sich neben ihr. Würde er damit umgehen können?