(3) Ein Abschied

Emily ist begeistert von der Nachricht, dass ihre Mami und Hannes nach Hamburg ziehen. Und wenig später ist es auch schon soweit. Elly muss Abschied nehmen von Stuttgart und ihrer kleinen Wohnung. Die letzte Post in ihrem Briefkasten verheißt gute Neuigkeiten.

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[…] Ein wenig wurde Elly doch wehmütig ums Herz, als sie ihrem Vermieter die Schlüssel zu ihrer Stuttgarter Wohnung übergab. Sie verband manch schöne, aber auch traurige Erinnerungen mit ihr. Nicht zuletzt die Zeit mit Florian hatte ihr hier leidenschaftliche und zugleich schmerzhafte Momente beschert. Ein Schreiben von ihm hatte bei ihrer Rückkehr im Briefkasten gelegen. Er teilte ihr mit, dass er sich um eine Art Bonus bemüht hatte, den sie sich verdient habe und der ihr helfen würde, sollte sie nicht sofort wieder einen Job finden. Beim Blick auf die Summe hielt Elly kurz die Luft an. Ja, damit würde sie eine Weile über die Runden kommen. Da sie nicht wusste, wie und ob sie überhaupt darauf reagieren sollte, schob sie den Brief zunächst in ihre Handtasche und vertagte die Entscheidung.

Hannes’ Wohnung am nächsten Tag auszuräumen ging schnell. Für ihre Wohnung hatten sie drei Tage gebraucht. Wie kamen Männer eigentlich mit so viel weniger aus als Frauen? Während Hannes und Michael ohne Unterlass Kisten nach unten zu ihrem Umzugswagen trugen, legte Elly eine Pause ein und setzte sich in den Sessel, in dem sie immer gesessen hatte, wenn sie hier gewesen war. Er hatte etwas Vertrautes, das ihr das Gefühl von Geborgenheit vermittelte.

„Woran denkst du?“, unterbrach Hannes ihre Gedanken.

„Ich liebe diesen Sessel.“

„Du denkst nicht an Simon?“

Elly erschrak. „Wieso sollte ich das tun?“ Was war das denn für eine Frage!

„Mir gehen Emilys Worte nicht aus dem Kopf.“

„Hannes, ich habe keine Ahnung, was da in ihrem kleinen Hirn vor sich ging. Aber Simon ist mein bester Freund, der mir sehr viel bedeutet. Alles andere war einmal.“

Hannes schüttelte den Kopf. „Tut mir leid.“

Er kniete sich vor sie und griff nach ihren Händen.

„Das hast du das letzte Mal genau hier gemacht, als noch Schnee lag.“ Elly lächelte ihn an.

„Ich weiß. Ich hätte deine Hände damals am liebsten nicht mehr losgelassen und dich geküsst.“

„Dann tue es heute.“

Und er tat es. Elly spürte erneut, dass sie alles richtiggemacht hatte.

Anschließend zog sie ihr Smartphone aus der Tasche und schrieb Florian:

Danke.

Das musste genügen. Er reagierte nicht auf die Nachricht.